Schauspieler Fotograf

Schauspielerfotos

Als gelernter Filmregisseur, aber praktizierender Fotograf arbeite ich ungern ergebnisorientiert auf bestimmte Gesichts- und Körperposen hinaus ("Lächel mal" oder "Schau in die Richtung"). Ich nutze lieber Stimmungen, die von den Orten oder dem Licht ausgehen. Auf Blickrichtungen nehme ich meistens gar keinen Einfluss. Die Schauspielerinnen sollen sich nicht nach meinem Blick ausrichten - ich will den Blick des Schauspielers finden und Momente einfangen. Manchmal lasse ich sie, während wir das nächste Motiv suchen, bestimmte Musik hören.

Ich habe keine festen Orte, an denen ich alle Schauspielerinnen fotografiere. Ausgangspunkt jedes Shootings ist die Wohnung des Schauspielers. Dort können auch größere Outfitwechsel vorgenommen werden (Männer rasieren sich gerne). Von der Homebase ausgehend und nach einem schönen gemütlichen Kaffee, gehen wir gemeinsam los und suchen nach Motiven in der Nähe. Um frisch zu bleiben, fotografiere ich niemals zwei Schauspielerinnen im selben Motiv.

Auf Visagisten versuche ich zu verzichten, da das Geschminkt werden, ein künstliches Element darstellt (nicht in erster Linie optisch, sondern von der Stimmung her), das der Natürlichkeit entgegen steht. Zeitdruck ist ebenfalls nicht sonderlich hilfreich. Daher fotografiere ich ohne Zeitbeschränkung. Wir sind fertig, wenn wir alles im Kasten haben.

Was grundsätzlich für Anspannung bei den Schauspielerinnen sorgt, sind die Kosten eines Fotoshootings. Bei Marktpreisen bis zu 1.000 € und zusätzlichen Kosten pro Bild + Lizenzen, muss das Ergebnis stimmen. Da verkrampft man schnell. Deswegen verzichte ich auf jeglichen Lizenz- und Bildrechte Schnick-Schnack. Die Schauspielerinnen erhalten immer ALLE bearbeiteten und unbearbeiteten Fotos der Session und können diese nutzen wie und so lange sie wollen. Es gibt also keine gesonderten Preise für unterschiedliche Bildauflösungen, Anzahl der Fotos und Lizenzgebühren für Verwendungsmedien (Prints, Web, etc.).

Die meisten Fotografinnen starten ihre Karriere mit kostenlosen Fotoshootings und schrauben ihre Preise nach und nach hoch. Das habe ich auch getan, allerdings bin ich bei einem Grundsatz geblieben: die Shootings sind immer noch kostenlos - bezahlt wird nur, wenn die Schauspielerinnen mit den Fotos zufrieden sind. Fast jeder Schauspieler den ich fotografiert habe, hat schon mal für ein Fotoshooting viel Geld zahlen müssen, obwohl die Bilder nicht die erwartete Qualität hatten. Ein Foto kann an sich wunderbar gelungen sein (oder eben nicht), ist aber für den vorgesehenen Verwendungszweck nicht geeignet. Wieso sollte man dafür Geld bezahlen? Die hier aufgeführten Shooting-Preise treten nur dann in Kraft, wenn die Schauspielerinnen sich für die Bilder entscheiden - andernfalls nicht. Ich bin davon überzeugt, dass sie (und auch ich selbst) mit dieser Regelung viel freier agieren können.